Körperbasiertes Entspannungstraining im Elementarbereich – Entwicklung, Implementierung und Evaluation

Body-based relaxation Training in elementary education – Development, implementation and evaluation

  • Einleitung Angesichts alarmierender Zahlen zum Gesundheitszustand von Kindern (vgl. z.B. KiGGS-Studie) wird eine „Neue Morbidität“ postuliert. So ist eine seit den 1950er Jahren beobachtbare Verschiebung des Krankheitsspektrums von akuten zu chronifizierten Erkrankungen feststellbar. Die hier vorgestellte Studie intendiert, Kindern Schlüsselqualifikationen im Umgang mit der eigenen Gesundheit zu vermitteln. Konkret sollen die Wirkungen eines protektiven Verhaltenstrainings im Handlungsfeld „Entspannungsfähigkeiten und -fertigkeiten“ überprüft werden. Methode Die explorative Interventionsstudie (N=946) mit quasi-experimentellem Untersuchungsaufbau, Pre-Posttest-Design und Kontrollgruppe wurde von Juni 2011 bis Oktober 2012 an 34 Kindertageseinrichtungen realisiert. Mit der Treatmentgruppe (TG: n=411) wurde über einen Zeitraum von drei Wochen ein systematisches Entspannungstraining mit insgesamt jeweils sechs Teilprogrammen zu Autogenem Training (n=143), Eutonie (n=10), Massage (n=10), Qigong (n=10), Progressiver Muskelrelaxation (n=116) und Yoga (n=122) durchgeführt; die Kontrollgruppe (KG: n=20) erhielt kein Training. Das Untersuchungsdesign basiert auf verschiedenen Perspektiven – Kinder (n=431)-, Eltern (n=431)- und Expertenansicht (n=84) – und aus den drei methodischen Zugängen (Befragungsmethoden, Projektives Verfahren und Psychophysiologie), um vergleichende Analysen vorzunehmen. Zum Testinstrumentarium: Die subjektive Befindlichkeit und Lebensqualität wurde u.a. mit standardisierten Interviews („Kindl-R“ - Ravens-Sieberer & Bullinger, 2003) erhoben, die Körperwahrnehmungsthematik über einen Körper-Selbstbild-Test (van de Vijfeijken, 2007). Mit Teilgruppen (n=80) wurden zudem psychophysiologische Parameter, wie z.B. Hautleitwert, Herzfrequenzvariabilität oder Muskeltonus, mit klinisch getesteten Biofeedbackgeräten („Nexus-10“) „pre-post“ erfasst. Ergebnisse und Diskussion Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass alle entwickelten und durchgeführten Entspannungsprogramme im Elementarbereich wirksam sind und somit signifikante gesundheitsförderliche Effekte für Kinder im Elementarbereich aufzuweisen können. Dies zeigen in erster Linie die objektiv gemessenen psychophysiologischen Ergebnisse der TG, denn elf der dreizehn eingesetzten Parametern (Elektrodermale Aktivität, Herzrate, Herzratenvariabilität, Atmung, Muskeltonus, BVP und Hauttemperatur) sind hypothesenkonform ausgerichtet, wie z.B. Hautleitwert (TP1: t(df=52)=1.945; p=.029; TP6: t(df=52)=1.989; p=.026) oder Muskeltonus (TP1: t(df=52)=6.018; p<.001; TP6: t(df=52)=4.918; p<.001). Des Weiteren können die Ergebnisse der KG zur Verifizie-rung der psychophysiologischen Treatmenteffekte beitragen. Mehrebenen- und Korrelationsanalysen, bei denen die drei methodischen Zugänge Befragungsmethoden, Projektive Verfahren und Psychophysiologie sowie die unterschiedlichen Perspektiven (Experten, Kinder und Eltern) angewandt wurden, machen deutlich, dass die erzielten psychophysiologischen Daten mit den drei Perspektiven größtenteils übereinstimmen. Perspektiven Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit der entwickelten Programme, allerdings nicht deren Nachhaltigkeit. Dies kann durch eine repräsentativ ausgerichtete Studie gewährleistet werden, in der Treatmentdauer und Stichprobengröße quantifiziert werden und das fachpädagogische Personal nach vorheriger Instruktion selbst die Programme, z.B. über eine mehrmonatige, tägliche Intervention, in den Kindertagesstätten durchführt. Mit endokrinologischen Untersuchungen (z.B. Salivetten) könnte auch in Bezug auf psychophysiologische Messungen repräsentative Fallzahlen erreicht werden.
  • Introduction In view of alarming figures to the state of health of children (cf., e.g., KiGGS study) a „new morbidity“ is postulated. Thus a movement observeable since the 1950s of the illness spectrum from acute to chronifizierten illnesses is noticeable. To provide the study introduced here intended, to children for key qualifications in dealing with own health. Specifically the effects of a protektiven behavioral training should be checked in the sphere of activity „relaxation abilities and skills“. Method The explorative intervention study (N=946) with quasi-experimental investigation construction, Pre postal test design and control group was realised from June, 2011 to October, 2012 in 34 child day facilities. With the treatment group (TG: n=411) was carried out for a period of three weeks a systematic relaxation training with six part programmes in each case all together to autogenous training (n=143), Eutonie (n=10), massage (n=10), Qigong (n=10), progressive Muskelrelaxation (n=116) and yoga (n=122); the control group (KG: n=20) received no training. The investigation design bases on different perspectives – children (n=431) - parents (n=431) - and expert's view (n=84) – and from three methodical accesses (questioning methods, Projektives procedure and psychophysiology) to carry out comparative analyses. To the test instruments: The subjective sensitivities and quality of life became among other things with standardised interviews (

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Metadaten
Author:Marcus Müller
URN:urn:nbn:de:bsz:751-opus-222
Advisor:Norbert Fessler
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2015/03/23
Publishing Institution:Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Granting Institution:Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Fakultät III
Date of final exam:2014/07/21
Release Date:2015/03/23
Tag:elementary education; psychophysiology effectiveness study; relaxation
GND Keyword:Elementarbereich; Entspannung; Psychophysiologie Wirksamkeitsstudie
Identifier Union Catalogue:1658040759
Institutes:Fakultät III / Institut für Bewegungserziehung und Sport (einschl. Hochschulsport)
DDC class:300 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
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